Bis 2009 galt die Sorte als ausgestorben oder gar nicht existent, da ihre Bezeichnungen als Synonyme anderer Sorten (Pinot, Meunier, Côt, Tresseau) betrachtet wurden. Wiederentdeckt wurde sie in einer seit 1890 aufgegebenen Weinbergslage bei Halle an der Saale, wo mehrere verwilderte Pflanzen in Schlehengebüschen überlebt hatten. Die Sorte dürfte dort bereits seit dem Mittelalter vorhanden gewesen sein.Historisch war sie unter zahlreichen Namen in den fränkisch-lothringischen Anbaugebieten an Mosel, Saar, Maas, Saone und im Rheintal verbreitet – als Franc noir, Morillon Gris, Franc Moreau oder Trussiaux. In der Champagne und an der Yonne waren vor 110 Jahren noch rund 9.000 ha mit verwandten Franc-noir-Sorten bepflanzt; heute ist davon kaum ein halber Hektar übrig. In der slowenischen Steiermark wurde ein verwandter Wein (Blauer Ortlieber) als Burgunderwein verkauft und galt als sehr stark, süß, haltbar und aromatisch. Die Sorte ist genetisch augenscheinlich mit dem Traminer verwandt und gehört zum mährisch-karpatischen Sortenkomplex altfränkischer Rebsorten.